Kennen Sie Ihre Flucht- und Rettungswege?

Wie wir in unserem Florian Fischbach Magazin bereits berichteten, ist es im Brandfall besonders wichtig ruhig und besonnen zu reagieren. Je besser Sie sich zuvor mit dieser Thematik beschäftigt haben, desto souveräner können Sie im Ernstfall agieren.

 

Gerade bei Mehrfamilienhäusern ist ein Wohnungsbrand ein sehr kritisches Ereignis, denn die Treppenräume wirken oft wie Kamine und durch das Fehlverhalten von Bewohnern kann ein Treppenraum schnell zur tödlichen Falle werden.

 

Nach den allgemeinen Verhaltenstipps folgen weiter unten zwei Fallbeispiele, welche zeigen, was ein solches Fehlverhalten für gravierende Folgen haben kann.

 

Was tun, wenn es in der eigenen Wohnung brennt?

Sollte es in Ihrer Wohnung zu einem Brandereignis kommen gilt als erster Grundsatz: "Ruhe bewahren!".

 

Rufen sie die Feuerwehr über die Notrufnummer 112!

 

Bringen Sie sich und andere Bewohner in Sicherheit.

 

Schließen Sie beim Verlassen Ihrer Wohnung unbedingt die Wohnungstür um den Treppenraum möglichst lange frei von gefährlichem Brandrauch zu halten. Vergessen Sie hierbei nicht, den Schlüssel mitzunehmen und den anrückenden Einsatzkräften zu übergeben, oder von aussen in die Wohnungstür zu stecken.

 

Warnen Sie ggf. andere Bewohner durch klingeln oder rufen!

 

Warten Sie auf die anrückende Feuerwehr und stehen Sie dem Einsatzleiter für Rückfragen zur Verfügung.

 

Einen Löschversuch sollten Sie nur unternehmen, wenn Sie sich oder andere hierdurch nicht gefährden. Ein Entstehungsbrand kann meist noch mit einem Feuerlöscher gelöscht werden!

 

Achten Sie bitte darauf, dass Fettbrände nicht mit Wasser gelöscht werden dürfen! Sehr häufig sorgt auf dem Herd angebranntes Essen für einen Brand. Sollte sich das Feuer noch nicht auf Bereiche außerhalb der Pfanne / des Kochtopfes ausgebreitet haben, können sie es mit einer Löschdecke ersticken. (Alternativ geht auch eine schwerentflammbare Jacke, z. B. aus Leder)

 

Was tun, wenn der Treppenraum verqualmt ist?

Sollte der Treppenraum verqualmt sein gilt wieder als erster Grundsatz: "Ruhe bewahren!".

 

Rufen sie die Feuerwehr über die Notrufnummer 112!

 

Bleiben Sie unbedingt in Ihrer Wohnung!

 

Schließen Sie unbedingt die Wohnungstür um den Rauch möglichst lange eine Barriere zu bieten. Viele Wohnungstüren verfügen schon über einen integrierten Rauchschutz (sogenannte RS-Türen), sollten Sie durch einen Türspalt kleine Mengen an Rauch erkennen, können Sie diese Spalte mit nassen Handtüchern abdichten.

 

Suchen Sie einen alternativen, sicheren Rettungsweg auf und begeben Sie sich ins Freie!

 

Sollte Sie diesen nicht selbstständig nutzen können, machen Sie an einem für die Feuerwehr sichtbaren und erreichbaren Fenster auf sich aufmerksam (durch rufen und winken)! Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, können Sie über die Leitstelle (Notrufnummer 112) der Einsatzleitung vor Ort mitteilen, wo Sie sich befinden.

 

Warten Sie auf die anrückende Feuerwehr.

 

Fallbeispiele

Brand in Treppenraum - 3 Tote

Foto: Mark Bittner

An dieser Stelle berichten wir von zwei unterschiedlichen Brandereignissen, welche jedoch das gleiche tragische Resultat, nämlich jeweils drei Tote, hervorriefen.

 

Die letzten Wochen haben leider neue Fallbeispiele hervorgebracht, über die wir an dieser Stelle aufgrund der aktuell größeren Präsenz ebenfalls kurz berichten und hoffen, dass Sie aus unseren Anmerkungen lernen können.

 

Am 06. Februar diesen Jahres bricht in einem Treppenraum in einem Hamburger Mehrfamilienhaus ein Brand aus bislang noch ungeklärter Ursache aus. Vermutet wird Brandstiftung, jedoch schließt die Polizei bislang auch einen technischen Defekt nicht aus.


1. Tipp: Kinderwägen oder sonstige brennbaren Gegenstände sollten nicht im Treppenraum gelagert werden! Auch wenn es umständlich ist, so sollten Sie solche Gegenstände in einem separaten Raum lagern.

2. Tipp: Teilweise sind Tiefgaragen oder Garagen an die Treppenräume angeschlossen. Achten Sie immer darauf, dass die Türen zur Garage verschlossen sind.

 

Vermutlich durch die Brandgeräusche bemerkte eine Mutter den Brand im Treppenraum und versuchte über den verrauchten Treppenraum sich und Ihre 2 kleinen Söhne in Sicherheit zu bringen. Ein tödlicher Fehler.


3. Tipp: Bei Rauch im Treppenraum diesen nicht mehr nutzen! Die Feuerwehr ist im Regelfall innerhalb von 10-15 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort und kann Sie über Leitern oder andere Hilfsmittel in Sicherheit bringen!

 

Dieses Beispiel zeigt, welche Folgen ein Brand in einem Treppenraum nach sich ziehen kann. Es muss jedoch nicht unbedingt ein direkter Brand im Treppenraum sein, der für die Nutzer gefährlich oder sogar tödlich, wie im folgenden Beispiel erläutert, werden kann.

 

Brand in Wohnung - 3 Tote

(c) by dpa

Welche verheerenden Folgen ein Wohnungsbrand auf völlig unbeteiligte Personen haben kann, zeigt das letzte Beispiel, welches wir Ihnen an dieser Stelle mit wichtigen Tipps erläutern möchten.

 

In einem größeren Gebäudekomplex kam es gegen 23 Uhr zu einem Wohnungsbrand, bei welchem mehrere Personen verletzt wurden und drei Personen aufgrund von Rauchgasvergiftungen ums Leben kamen.

 

Der Brand brach in einer Wohnung im 1. Obergeschoss von 4 Geschossen aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr war der angrenzende Treppenraum bereits voll verraucht. Dies deutet darauf hin, dass die Wohnungstür der Brandwohnung nicht geschlossen wurde.


An diesem Fallbeispiel zeigt sich, dass häufig menschliches Fehlverhalten für solch tragischen Abläufe verantwortlich ist.

1. Tipp: Schließen Sie Ihre Wohnungstür, wenn es in Ihrer Wohnung brennt! Hierdurch retten Sie eventuell anderen Menschen das Leben.

2. Tipp: Flüchten Sie niemals durch verrauchte Bereiche, sondern bleiben Sie in Ihrer Wohnung, wenn diese noch sicher ist. Machen Sie auf sich aufmerksam.

 

Der mobilitätseingeschränkte Bewohner der Wohnung oberhalb der eigentlichen Brandwohnung wurde während der Rettungs- und Löscharbeiten nicht aus seiner Wohnung geholt, sondern durch die Leitstelle telefonisch betreut.

Eine Evakuierung wurde nicht notwendig. Dies zeigt, dass der Aufenthalt in Ihrer Wohnung grundsätzlich ausreichend lange sicher ist! Wäre eine Gefährdung eingetreten, hätten die Einsatzkräfte vor Ort unmittelbar reagieren können.

 

Weitere Anwohner konnten über die Drehleiter der Feuerwehr gerettet werden. Sie haben sich gemäß den oben aufgeführten Punkten verhalten!

 

Die tragischen Todesfälle zeigen, dass im Brandfall besonnenes Verhalten über Leben und Tod entscheiden kann.

Nehmen Sie sich daher unsere Brandschutztipps zu Herzen und analysieren Sie entsprechend Ihre Umgebung! Dies schadet auch nichts für Ihren täglichen Arbeitsplatz!


Übrigens: Diese Tipps werden Ihnen nicht sehr viel bringen, wenn Sie nicht vor dem gefährlichen Brandrauch gewarnt werden! Bitte beachten Sie daher auch unsere Tipps zu Rauchmeldern!

 

Letzter Einsatz:

Wann: 10.01.2018, 17:33 Uhr Was: Rauch in Waschküche

Einsatzdauer: 00:30 Minuten

 

Einsatzbericht

Unseren nächste Termine:

Übung der Einsatzabteilung:

An geraden Kalenderwochen dienstags

Beginn: 19:30 Uhr

Treffpunkt: 19:15 Uhr

Wo: Gerätehaus Fischbach

 

Übung der Jugendfeuerwehr:

Jeden Dienstag

Beginn: 17:30 Uhr

Treffpunkt: 17:15 Uhr

Wo: Gerätehaus Fischbach

(In den Schulferien finden keine Übungen statt)

 

Übung der Minilöscher:

Jeden Donnertsag

Beginn: 16:45 Uhr

Treffpunkt: 16:30 Uhr

Wo: Gerätehaus Fischbach

(In den Schulferien finden keine Übungen 

Landesfeuerwehrverband Hessen

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